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kath 2:30 Dies DominiWachstum ist ein zentraler Anspruch moderner westlicher Gesellschaften. Dabei sind Ressourcen meist endlich. Das gilt insbesondere für gesellschaftliche und soziale Ressourcen, die nicht beliebig erweitert werden können. Irgendwo fordert immer irgendjemand, man brauche mehr Personal für die Betreuung von Kindern, für die staatliche Sicherheit oder für die Pflege. In der Regel bleibt die Frage unbeantwortet, woher das Personal kommen soll. Es fordert sich halt fröhlicher als probate Problemlösungen zu liefern.

Der Umgang mit Ressourcen ist auch den gemeinen Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Hier liegen sogar die größten Herausforderungen der Gegenwart. Nehmen wir das Beispiel „Rente“. Die Ressource „Gesamtmenge des zur Verfügung stehenden Geldes“ ist begrenzt. Die Zahl der Rentner hingegen steigt gegenwärtig stetig an. Es ist rein rechnerisch klar, dass das aktuelle System in nicht ferner Zukunft an seine Grenzen stoßen wird. Viele nehmen zwar an, dass sie mit den Beiträgen ihre eigene Rente finanziert hätten. In der Tat war die Rente bis zu Rentenreform 1957 unter der Kanzlerschaft Adenauers kapitalgedeckt. Mit dieser Reform wurde die „dynamische Rente“ eingeführt, die nicht nur die Rentenentwicklung an die Lohnentwicklung koppelte, sondern auch ein Umlageverfahren einführt. Der berühmte „Generationenvertrag“ sah vor, dass die jüngeren, erwerbstätigen Generationen die Renten der Ruheständler finanzierten. Man zahlte also nicht mehr für die eigene Rente ein, sondern für die der älteren Generation.


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kath 2:30 Dies DominiEs gab schon geistreichere Zeiten. Zeiten, in denen die Worte den Taten folgten. Heutzutage ist die Welt voller Wortemacher. Viele von ihnen sind nicht sonderlich an Fakten interessiert. Die eigene Ideologie wird zur umfassenden Wahrheit erhoben und mit Worten kaschiert. Kaum einer macht sich mehr die Mühe, die Wirklichkeit hinter den wortreichen Behauptungen zu überprüfen. Man glaubt, was in die eigene Ideologie passt. So zählt nicht mehr das Wort, sondern die eigene Sicht auf die Welt. Was glauben Sie denn?

Das gilt insbesondere für die, die die Macht in Händen halten. Der griechische Philosoph Platon vertrat bereits im 4. Jahrhundert v.d.Z. angesichts einer zunehmenden Ungerechtigkeit und Machtgier die Ansicht, dass ein Staat nur dann gerecht regiert würde, wenn die Philosophen die Macht innehätten; wenigstens sollten die Herrscher nach echter Weisheit und Wahrheit streben. Wer nach Weisheit und Wahrheit strebt, will den Dingen wirklich auf den Grund gehen. Er weiß auch, dass nur eine Gesellschaftsordnung, die grundlegend auf Gerechtigkeit aufgebaut ist, die Basis für ein friedvolles Zusammenleben ermöglicht. In einer gerechten Welt gilt das Prinzip der Solidarität: Wer arbeiten kann, muss gerechten Lohn empfangen. Wer schwach ist, hat Anspruch auf Unterstützung. Die Starken stützen die Schwachen.


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kath 2:30 Dies DominiGesundheit gehört immer noch zu den wichtigsten Werten. Sie ist alles andere als selbstverständlich. In unserer Gesellschaft können wir uns glücklich schätzen, auf ein bewährtes Gesundheitssystem bauen zu können – noch! Was da von Ärztinnen und Pflegepersonal tagtäglich geleistet wird, wird hingegen auch nicht nur im politischen Diskurs nicht hinreichend gewürdigt. Wer je eine Nacht auf einer Intensiv- oder Überwachungsstation verbracht hat, lernt auch, dass es manchen Patienten an Respekt vor der Leistung der Pflegerinnen und Pfleger fehlt. Wo sind Haltungen wie Respekt, Höflichkeit und Solidarität eigentlich geblieben, die jene verdient haben, die in großer Mehrheit mit unerschütterlicher Geduld und Freundlichkeit ihren Dienst tun. Der, der dies schreibt, hat es jüngst selbst erlebt und zieht den Hut vor jenen, die mehr verdient haben als den wohlfeilen Applaus aus Coronazeiten. Was glauben Sie denn?

Die Frage nach dem, was Gesundheit unserer Gesellschaft wert ist, beschäftigt auch die Schlagzeilen in diesen Zeiten. Dabei erscheint der Wert der Gesundheit vor allem als Kostenfaktor. Jede Gesundheitsreform scheint dabei der Frage zu folgen, wie man die Kosten minimieren kann. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken jedenfalls stellt fest, dass

„nur ein finanziell stabiles System (…) zukunftsfähig [ist] und (…) eine gute Versorgung garantieren [kann]“. (Quelle)

Damit hat sie sicher Recht. Deshalb soll die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) reformiert werden. Aber wie sieht eine sozialverträgliche Finanzreform der GKV aus, die ja vor allem die unteren Einkommensgruppen betrifft, für die eine private Krankenversicherung nicht in Frage kommt?


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kath 2:30 Dies DominiEr ist wieder da! Dem Hörensagen nach soll er von den Toten auferstanden sein. Einige waren ihm sogar begegnet. Sie berichteten von merkwürdigen Erfahrungen. Er war so anders. Irgendwie nicht mehr von dieser Welt. Aber es gab Zeichen, die keinen Zweifel an seiner Identität ließen: Die Stimme, die Art, wie er den Namen aussprach, die Weise, wie er das Brot brach, die Wundmale – alles wie zu seinen Lebzeiten. Die Jünger waren verstört, aber auch erlöst und befreit. Nur einer konnte das, was er hörte, nicht glauben. Thomas, einer der Zwölf, war ihm noch nicht begegnet. Der Tod Jehoshuas am Kreuz – das war das letzte Mal, dass er ihn gesehen hatte, bevor er floh wie die anderen. Sie wollten zurück nach Galiläa. Sie hatten sich getrennt. Es war jetzt besser, nicht gemeinsam gesehen zu werden. Und nun, gut eine Woche später, hatte er sie wieder gefunden. Er hatte die Gerüchte gehört und war auf halbem Weg umgekehrt und zurück nach Judäa gegangen. Er hörte von den Frauen aus ihrem Kreis, die das Grab leer vorgefunden hatten. Was aber sagt schon ein leeres Grab? Wahrscheinlich hatten ihre Feinde den Leichnam Jesu fortbringen lassen, um keine Wallfahrtsstätte für die Jünger entstehen zu lassen. Auch hörte er davon, dass ihre Gegner das Gerücht streuten, sie hätten den Leichnam gestohlen und behaupteten nun, er sei auferstanden. So ein Stuss. Wo hätten sie denn den Leichnam verstecken sollen? Ein leeres Grab ist halt ein leeres Grab. Sonst nichts.


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kath 2:30 Dies DominiIrgendwo in Deutschland: In einer Versammlung geht um die Zukunft eines Kirchenortes. Den ganzen Tag über wurde überlegt, wie man sich für die kommenden Jahre am besten aufstellen könne. Und dann: Eigentlich war alles schon zu Ende, die Runde kurz davor, sich aufzulösen, da kam doch noch ein Thema auf: Vor der Kirche, da hänge ja diese Regenbogenflagge, und vermehrt werde angemerkt, dass die Flagge als störend empfunden werde, auf persönlicher Ebene und da sie eben auch nicht der amtskirchlichen Linie entspreche.


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Fünfter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Es gab schon bessere Zeiten für die Kirche. Die Austrittszahlen sind zwar signifikant insgesamt zurückgegangen, stagnieren aber im Vergleich zu früheren Jahren auf einem immer noch hohen Niveau. Die Pastoralstrategen versuchen dem mit marketingstrategischen Maßnahmen zu begegnen, als sei sie ein Unternehmen, bei dem man den Auftritt oder das Kommunikationsdesign einfach anders verpacken muss, damit die Menschen wieder kommen. Manch einer gibt sich dann schon damit zufrieden, wenn man den Kirchenraum mal wieder voll hatte – etwa, weil man eine wirklich eindrucksvolle Lichtinstallation oder ein anderes hippes Event dort durchgeführt hatte. All diese Maßnahmen sehen in der Kirche den eigentlichen Zweck; das eigentliche Ziel ist dann, dass die Kirche wieder wächst. Wenn dem so ist, muss man nüchtern konstatieren, dass das Ziel bisher nicht erreicht wurde. Aus dieser Sicht müsste die Kirche ihre spirituelle Insolvenz fürchten.

Tatsächlich liegt diesen ganzen Bemühungen, die immer darin gipfeln, die Kirche nur hipper und moderner zu verpacken, ein Kategorienfehler zugrunde: Ist die Kirche wirklich die Marke, um die es geht? Das Zweite Vatikanische Konzil nimmt da eine andere Perspektive ein, wenn es direkt am Beginn der dogmatischen Konstitution „Lumen gentium“ feststellt:

„Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit. Deshalb möchte sie das Thema der vorausgehenden Konzilien fortführen, ihr Wesen und ihre universale Sendung ihren Gläubigen und aller Welt eingehender erklären.“ (Lumen gentium 1)


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kath 2:30 Dies DominiDer Mensch ist ein zutiefst analoges Wesen. Sicher, die Möglichkeiten der Digitalität bietet viele Chancen. Wo Nachrichten früher per Bote überbracht werden mussten, erreichen. E-Mails und Messengernachrichten in Lichtgeschwindigkeit das andere Ende der Welt. Vieles wird einfacher. Scheinbar jedenfalls. Denn manchmal kommt der Mensch nicht mehr hinterher.

Die Entwicklung schreitet rasant voran. Vor nicht allzu langer Zeit eroberten die sogenannten sozialen Medien die Heime und Hirne. Der Mensch als analoges Wesen ist ihnen noch ausgeliefert, denn in der analogen Welt galten entweder Regeln des sozialen Anstandes. Man wusste, dass es oft besser ist zu schweigen, um als weise zu gelten. Auch bedurfte es eines gewissen Aufwandes, einer nicht anwesenden Person einmal so richtig die Meinung zu sagen. Man schrieb Briefe, die man – seien sie handgeschrieben oder ausgedruckt – zeitaufwändig zu Papier brachte, das man kuvertieren musste. Auf das Kuvert musste man die eine Adresse schreiben – eine (!), denn Massennachrichten waren teuer, schließlich kostete der Versand Geld. Die Nachrichten waren etwas wert. Dann brachte man sie zur Post. Alles in allem ein Prozess der Zeit beanspruchte und viele Möglichkeiten zum Umdenken bot. Heute ist die eigene Befindlichkeit schnell in die Kommentarspalten und Messenger getippt und per Klick einer gesichtslosen Masse öffentlich zugänglich gemacht. Nachgedacht wird nur noch selten. Rausgehauen schon viel mehr. Was glauben Sie denn?


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Dritter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

„Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Mt 4,17

Das klingt fast wie eine Drohung, doch es ist eine Einladung. Jesus sagt nicht: „Strengt euch mehr an.“ Er sagt auch nicht: „Ihr habt versagt.“ Er sagt: Gott ist nahe. Und weil Gott nahe ist, kann sich etwas grundlegend ändern.

Alle Jahre wieder wollen zu Jahresbeginn viele Menschen Teile ihres Lebens durch gute Vorsätze ändern. Ein besonderer Trend ist dabei heute der sogenannte „Dry January“, in dem ein Monat lang auf Alkohol verzichtet werden soll. So knallen denn auch allerspätestens nach einem Monat wieder die Korken und alles ist wieder beim Alten – und so ergeht es auch den meisten anderen guten Neujahrsvorsätzen.


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kath 2:30 Dies DominiSchach – das ist Politik in Spielform. Jedenfalls stellen sich viele das so vor. 64 weiße und schwarze Felder, 32 Figuren mit unterschiedlichen Aufgaben, 16 davon auf jeder Seite gleich. Die Ausgangssituation ist fair verteilt – Politik und Macht auf Augenhöhe. Das Ziel ist allerdings, den gegnerischen König matt zu setzen. Der Bessere oder die, die die klügeren Züge spielt, gewinnt. Bei gleichstarken Spielern ist auch ein Remis möglich – oder ein Patt, wenn keine anderen Züge möglich sind und ein König nicht mehr ziehen kann, weil alle Felder um ihn herum bedroht sind. Die Regeln sind festgeschrieben. Schach ist so gesehen ein Spiel regelbasierter Politik, ein Paradebeispiel spielgewordenen Völkerrechts. So muss Politik funktionieren! Was glauben Sie denn?

Nun setzt das Schachspiel voraus, dass beide Gegner sich an die Regeln halten. Man beendet das Spiel einfach, wenn sich einer nicht an die Regeln hält. Das echte Leben hingegen ist kein Spiel dieser Art. Hier bemühen sich viele, nach den vermeintlich vereinbarten Regeln zu spielen, die sich in langen, manchmal Jahrhunderte währenden Prozessen als Konventionen herausgebildet haben. Das Spielfeld des Lebens ist der Planet Erde. Den kann man nicht verlassen. Wir sind verdammt, auf diesem Spielfeld das Spiel des Lebens zu spielen – ein Spiel, in dem zunehmend das Recht der Stärkeren gilt. Die konventionellen Regeln werden zunehmend ignoriert.


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kath 2:30 Dies DominiDies Domini – Taufe des Herrn, Lesejahr A

Es ist schon fast Mitte Januar und so manch eine oder einer von uns hat sich bestimmt gute (höchst wahrscheinlich auf Dauer unhaltbare) Vorsätze fürs neue Jahr vorgenommen. Seien es mehr Sport, weniger ungesundes Essen oder Alkohol nach den Festtagen, Ordnung der Finanzen – Gründe und Motive gibt es viele. Sollten Sie sich aber keine vorgenommen haben oder vielleicht auch schon gescheitert sein, dann mögen die Texte des heutigen Sonntags vielleicht Anlass für das Fassen weiterer Vorsätze geben.

Mit dem heutigen Sonntag endet der Weihnachtsfestkreis; ab morgen beginnen die vielen (Sonn)-Tage im Jahreskreis. Diese Zäsur ist in den liturgischen Texten bemerkbar: Waren die Lesungen und Evangelien seit dem ersten Advent alle geprägt von der Inkarnation Jesu, so ändert sich dies mit dem Fest der Taufe des Herrn: Der Fokus verlagert sich ab jetzt auf das öffentliche Wirken Jesu.


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